Osteopathie in der Schwangerschaft

Im Verlauf der gesamten Schwangerschaft ist eine sanfte osteopathische Behandlung möglich. Die Schwangerschaft ist eine ganz besondere Phase im Leben einer Frau und sollte als ein natürlicher Prozess betrachtet werden.

Die Schwangerschaft wird oft in drei Phasen unterteilt, sogenannte Trimenon (Schwangerschaftsdrittel) . Das 1. Trimenon umfasst die Monate 1-3, das 2. Trimenon die Monate 4-6 und das 3. Trimenon die Monate 7-9.

In jedem Trimenon gibt es unterschiedliche Behandlungsschwerpunkte, die im folgenden dargestellt werden sollen.

1. Trimenon:

Im Verlauf des 1. Trimenon werden alle Organanlagen des Kindes gebildet. Die ersten 3 Monate sind also für die körperliche Entwicklung des Kindes von enormer Bedeutung. Je mehr die Mutter im Gleichgewicht sein kann, desto besser kann sich das Kind im Mutterleib entwickeln. Bei der Mutter verstärken sich die natürlichen Krümmungen der Wirbelsäule und führen so zu Umstellungen im gesamten Bewegungsapparat, insbesondere im Bereich der Wirbelsäule. 
Bei der osteopathischen Behandlung steht die Anpassung des gesamten muskuloskelettalen Systems im Vordergrund.  Genauso wichtig wie eine harmonische körperliche Verfassung, ist auch die seelische Verfassung der Mutter. 
Eine osteopathische Behandlung kann sehr 
tiefgreifend wirken und dadurch Ängste und Sorgen lösen, die sich im Körper zeigen.

Bei Bedarf setzen wir auch eine Kombination aus einer osteopathischen Behandlung und einem sorgsam gewählten homöopathischen Arzneimittel ein. Gerade in der Schwangerschaft ist die Frau sehr sensibel und häufig zeigen homöopathische Arzneien in dieser Zeit eine große Resonanz.

2. Trimenon 

Die Organe des Kindes entwickeln sich weiter und die Bewegungen des Kindes werden nun spürbar. Nach und nach treten mehr Flüssigkeitsansammlungen im Körper der Mutter auf und das venös-lymphatische System muss vermehrt arbeiten. Durch die Behandlung mit osteopathischen Techniken versucht man, das venös-lymphatische System zu entlasten und dadurch das Wohlbefinden der Mutter zu steigern. Je wohler sich die Mutter fühlt, desto freier kann sich das Kind bewegen und entwickeln. Und auch im 2. Trimenon versucht man mit Hilfe von mobilisierenden osteopathischen Techniken den Körper der Mutter so geschmeidig wie möglich zu halten.

3. Trimenon 

Spätestens jetzt fühlt sich die Frau richtig schwanger. Im letzten Trimenon geht es vor allem um das Wachsen des Kindes und um die Vorbereitung auf die Geburt. Der Körperumfang der Mutter nimmt zu und das Baby verdrängt die Organe. Dadurch entsteht auch ein erhöhter Druck auf das Zwerchfell, der häufig zu einer Kurzatmigkeit führt.

Durch Veränderungen im gesamten Gewebe, unter anderem durch die sich nun verstärkenden Wassereinlagerungen des Körpers kommt es oft zu Kribbeln in den Händen und Füßen. Durch eine osteopathische ganzheitliche Behandlung wird versucht, zum einen das venös-lymphatische System zu entlasten und gleichzeitig die größtmögliche Beweglichkeit der Mutter auch im Hinblick auf die Geburt, zu erhalten. Das knöcherne Becken mitsamt seinen inneren Organen wird mobilisiert und so bestmöglich auf die Geburt vorbereitet.

Generelle Informationen 
Generell können monatliche Behandlungen in der Schwangerschaft hilfreich und sinnvoll sein. Unabhängig von den unterschiedlichen Schwerpunkten in den verschiedenen Phasen der Schwangerschaft, wird eine osteopathische Behandlung immer an die individuelle Situation der Mutter angepasst. Es gibt verschiedene Studien darüber, dass es weniger Komplikationen während der Geburt gibt, bei Frauen die in der Schwangerschaft osteopathisch begleitet wurden. Mögliche Anwendungsgebiete während der Schwangerschaft sind: Rückenschmerzen, Kurzatmigkeit, Verdauungsstörungen, Kribbelgefühl in den Extremitäten, Kopfschmerzen und vieles mehr.


Osteopathie nach der Geburt

Die Rückbildung des Gewebes wird mit unterschiedlichen osteopathischen Techniken unterstützt. Vor allem das Becken mit Kreuzbein und Schambein wird wieder in Harmonie gebracht. Oft kann schon eine einzige Behandlung nach der Geburt zu einer deutlichen Verbesserung innerhalb der Rückbildung und Umstellung des Beckenbodens führen. Wenn es während der Geburt zu einer PDA (Periduralanästhesie) gekommen ist, ist es sinnvoll die Lendenwirbelsäule und die Rückenmarkshäute zu behandeln. Andere Anwendungsgebiete sind lange Geburten, Symphysendehnungen, Vernarbungen bei Kaiserschnitt oder Stillprobleme.